Darmkrebs-früherkennung

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Darmkrebsfrüherkennung kann Leben retten

Wie in ganz Europa, gehören auch in Luxemburg die kolorektalen Krebserkrankungen (Grimmdarm-Krebs und Mastdarm-Krebs, gewöhnlicherweise "Dickdarm-Krebs" genannt) zu den häufigsten. Sie entwickeln sich leider ohne Symptome und werden oft zu spät entdeckt - dann nämlich, wenn die Heilungschancen verringert sind.

Das Auftreten dieser Erkrankungen kann jedoch vermieden werden, wenn man jene Schädigungen entdeckt und beseitigt, die ihre Entwicklung begünstigen. Hat man kein spezielles Risiko, muss man ab dem Alter von 50 Jahren auf diese speziell aufpassen.

Einen solchen Krebs kann man auch in einem vorzeitigen Stadium entdecken, was die Heilungschancen erhöht und weniger aggressive Behandlungen erforderlich macht.


Was kann man machen? (Personen ohne spezielles Risiko)


> Darmkrebsfrüherkennung durch die Beseitigung eines oder mehrerer Polypen

Dazu muss man wissen, dass sich die Mehrzahl der kolorektalen Karzinome ausgehend von Polypen entwickeln (Auswüchse der Darmschleimhaut). Diese Polypen (gutartige Tumoren) können jedoch durch medizinische Untersuchungen (siehe später) entdeckt und sogar beseitigt werden, womit verhindert werden kann, dass sie sich zu Krebserkrankungen (bösartigen Tumoren) weiterentwickeln.


> Den Krebs so früh wie möglich erkennen, um ihn zu heilen

Die Darmkrebs-Früherkennung besteht darin, das Vorhandensein einer Krebserkrankung im Rahmen einer medizinischen Untersuchung ausfindig zu machen - vor dem Auftreten jeglicher Symptome. Dank der Früherkennung lässt sich ein Krebs in seinen Anfängen finden. Je eher er gefunden wird, desto besser sind die Heilungschancen, denn die Behandlung ist signifikant wirksamer, wenn sich die Krankheit noch nicht außerhalb des Darms ausgebreitet hat.


Es lässt sich feststellen, dass die große Mehrzahl der kolorektalen Krebserkrankungen (im Umfang von 75%) bei Personen ohne spezielles Risiko auftreten, und dies vor allem jenseits des Alters von 50 Jahren. Daran lässt sich die Wichtigkeit der Früherkennung ab dem Alter von 50 Jahren unabhängig jeglicher Symptome erkennen, d.h. bei Personen mit à priori guter Gesundheit.



Welche Personen haben ein erhöhtes Risiko?


Folgende Personen sind anfälliger als der Bevölkerungsdurchschnitt, eine kolorektale Krebserkrankung zu bekommen:

  • wenn ein Verwandter ersten Grades (Eltern, Bruder oder Schwester, Kinder) bereits von einem kolorektalen Krebs betroffen waren oder von einem adenomatösen Polypen
  • jene, die bereits einen kolorektalen Krebs hatten
  • jene, die gutartige Polypen im Grimmdarm oder Mastdarm aufweisen
  • jene, die an Entzündungen im Darm leiden (hämorrhagische Rektolitis, Crohn-Krankheit)
  • jene, die von bestimmten erblichen Sydromen betroffen sind, etwa von familiärer adenomatöser Polypose (einer sehr seltenen Erbkrankheit, die ab dem Erwachsenenalter zahlreiche Polypen entstehen lässt) oder von vererbten Kolik-Krebsen ohne Polypose (auch Lynch-Syndrom genannt).


Jenen Personen, die ein erhöhtes Risiko im Vergleich zur Normalbevölkerung haben, wird ein Gespräch mit ihrem Arzt empfohlen.
Gemeinsam können sie ein maßgeschneidertes Überwachungsprogramm festlegen, konkret: die Art der Untersuchung, die Häufigkeit und die Festlegung des Start-Zeitpunkts der Früherkennung.



Krebsfrüherkennung - mit welchen Mitteln?


Für eine Krebsfrüherkennung im groβflächigen Stil bei Personen ohne spezielles Risiko wäre das "Ideal" ein Test, der wenig kostet, leicht anwendbar ist, der vertrauenswürdig ist, der von den Menschen akzeptiert sowie ohne Risiken ist. Zur Zeit sind 2 Methoden der Früherkennung verfügbar, von denen jede Vor- und Nachteile aufweist.

Es sind dies ein Test zur Untersuchung von Blut im Stuhlgang (bekannt unter dem Namen Hämokkult-Test) sowie die Koloskopie. Es obliegt jedem Einzelnen, eine Entscheidung gemeinsam mit seinem Arzt zu treffen nach vorheriger, eingehender Information über die Vor- und Nachteile jeder Methode.


Hämokkult-Test

Der Hämokkult-Test deckt die Anwesenheit von verstecktem Blut (unsichtbar für das Auge) im Stuhl auf. Dieses stellt ein Alarmzeichen für den Darmkrebs dar. In der Tat: 2/3 der kolorektalen Karzinome bluten mindestens 1x pro Woche. Dasselbe gilt für Polypen von einer Größe von mehr als 2 cm (die anderen Polypen bluten weniger oft). Es ist leicht zu verstehen, dass ein solcher Test nicht alle kolorektalen Krebserkrankungen aufdecken kann (kaum die Hälfte) und nur sehr wenige Polypen (1 von 10). Auf der anderen Seite wird der Test auch dann positiv sein, wenn Blutspuren gefunden werden, die von Verletzungen im Verdauungstrakt herrühren, die bluten (Gastritis, Hämorrhoiden, etc.) Das Gleiche gilt bei der Anwesenheit von verschiedenen Substanzen (Aspirin, rotes Fleisch, bestimmte Gemüse, etc.) Auch aus diesem Grund dürfen solche Medikamente und Nahrungsmittel mindestens 2 Tage vor dem Test nicht eingenommen werden. Auch von Vitamin C oder faserreichen Lebensmitteln, die die Dauer des Transits verkürzen, wird während dieser Zeit abgeraten. Nach jedem positiven Test muss eine Koloskopie durchgeführt werden.

Ablauf des Hämokkult-Tests: Es handelt sich um einen Kartonstreifen mit einer Substanz, die auf Hämoglubin reagiert, d.h. auf Spuren von Blut. Der Streifen ist durchtränkt mit einem Harz, das sich bei Anwesenheit von Blut blau verfärbt. Der Patient muss bei sich zu Hause mit einem Spatel Proben des Stuhlgangs auf eine Spezialkarte aufbringen, und dies 3 Tage hintereinander (3 verschiedene Streifen!). Dieser Test wird dann ins Labor geschickt, wo er von Experten ausgewertet wird. Dieser Test muss ab einem Alter von 50 Jahren jährlich durchgeführt werden.

Er ist einfach durchzuführen, ohne Risiko, ohne Schmerzen und mit nur geringen Kosten für die Krankenkassen. Dieser Test ist deutlich besser akzeptiert bei der Bevölkerung als die Koloskopie, aber letztlich weniger genau, da ihm die Hälfte aller kolorektalen Krebserkrankungen entgehen.


Die Koloskopie

Diese Untersuchung erlaubt die komplette Visualisierung des Grimm- und Mastdarms mithilfe eines flexiblen Schlauchs, der in den Anus eingeführt wird. Dazu muss verständlicherweise der Darm des Patienten gut "gereinigt" sein, d.h. es darf keine Ausscheidungs-Reste geben, die stören könnten. Dies bedeutet für den Patienten eine eher lästige Vorbereitung: Darmreinigung am Vortag der Untersuchung sowie eine Diät ohne Reststoffe im Darm während einiger Tage.

Um den Patienten zu entspannen und um ihm Schmerzen zu ersparen, wird ihm zu Beginn der Untersuchung ein Beruhigungsmittel verabreicht. Die Untersuchung dauert rund 20 Minuten und erlaubt die Visualisierung eines eventuellen Polypen oder einer Krebserkrankung. Wichtig zu wissen: diese Methode erlaubt es auch, gleichzeitig Polypen zu entfernen.

Wird kein Polyp oder eine andere Anomalie gefunden, wird empfohlen, diese Untersuchung nach 10 Jahren zu wiederholen. Andernfalls wird die Untersuchung in einem Intervall von 1-5 Jahren wiederholt - in Abhängigkeit von der Anzahl, der Größe und der Struktur der herausgenommenen Polypen.

Leider handelt es sich hier um eine bei der Bevölkerung wenig akzeptierte Untersuchung (Gründe: Angst, Scham), ihre Kosten sind zudem höher für die Krankenkassen. Sie ist nicht ohne jedes Risiko - wie jeder medizinische Eingriff (sehr seltene Komplikationen: Perforation, Blutung, Herz-Kreislauf-Beschwerden).

Gehören Sie nicht zur Personengruppe mit einem speziellen Risiko, wird die eine oder andere Untersuchung jedem ab dem Alter von 50 Jahren empfohlen. Jede Methode hat ihre Nach- und Vorteile. Am besten ist es, darüber mit dem Arzt zu sprechen oder sich im Vorfeld gut zu informieren.